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17.01.2013
| Martin Bauer
Top5 Politiker im Internet - Teil 1: Die wichtigsten deutschen laut Politbarometer: Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen, Horst Seehofer
Politiker im Internet Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen, Horst Seehofer

(Foto Horst Seehofer (abgewandelt): Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0)
(Foto Angela Merkel (abgewandelt): Ralf Roletschek, Lizenz: CC-BY-SA 3.0) 

Wie nutzen eigentlich unsere wichtigsten deutschen Politiker das Internet?

Laut Politbarometer vom Januar 2013 sind die fünf wichtigsten Politiker in folgender Reihenfolge: 1. Angela Merkel, 2. Wolfgang Schäuble, 3. Frank-Walter Steinmeier, 4. Ursula von der Leyen und 5. Horst Seehofer.

Wie ist das Interesse an ihnen im Netz? Sind sie überhaupt selbst online oder nur über PR-Agenturen und Mitarbeiter? Schreiben sie auch etwas? Hören sie Kommentare und Anregungen ihrer Bürger/Wähler/Parteimitglieder? Sind die Auftritte auf dem aktuellen Stand der Technik? Wie sieht das Webdesign aus? Und welche Social Plattformen werden genutzt?
Kurzum: Wie ist das Ranking im Internet?

Zunächst mal schauen wir uns über Google Trends an, wie häufig nach den einzelnen Politikern gesucht wird (Basis 2012, Suche in Deutschland):

 

 

Angela Merkel zieht hier einsame Kreise. Platz 2 für Ursula von der Leyen. Frank-Walter Steinmeier ist nahezu nicht existent.

Wie schaut es nun mit den Präsenzen der Personen und der jeweiligen Ämter aus? Ist die Aktivität im Internet in einer ähnlichen Reihenfolge wie das Interesse an der Person?

Wir haben nachgesehen und kommen zu folgendem Ergebnis:

 

Platz 1: Angela Merkel

Wo ist die Kanzlerin präsent?

Zunächst mal auf ihrer eigenen Website unter angela-merkel.de. Die ist wenig spannend und versucht sich mit dem Spendenaufruf an die erfolgreichen Obama-Kampagnen anzulehnen. Da in Deutschland, zumindest in meinem Bekanntenkreis, noch nie jemand einer Partei gespendet hat, in der er nicht auch Mitglied war, kann ich nicht mehr nachvollziehen, wozu das gut sein soll. Diese Aufrufe werden über kurz oder lang also wahrscheinlich wieder verschwinden.

Sowohl auf dem Facebook-Auftritt als auch bei twitter darf der Regierungssprecher ran. Und das ist auch gut so. Denn wollen wir wirkliche eine Kanzlerin, die nichts besseres zu tun hat als zu twittern? Nein. Dann doch lieber aufs Regieren konzentrieren. SMS schreiben tut sie ja bekanntlich gerne und häufig. Dann aber hoffentlich nicht mit Hinz und Kunz, sondern eher mit Obama und Putin.

Die deutlich beste Seite zur Kanzlerin und insgesamt ist die offizielle Bundeskanzlerin-Website. Sie ist modern, aufgeräumt, schönes Design, hochaktuelle Inhalte und verknüpft mit allen Social-Plattformen, die man so braucht (beispielsweise Youtube). Hier findet man auch Hintergrundinfos zu Angela Merkel, wie beispielsweise ihren aktuellen Kalender (sie hat wirklich keine Zeit zum twittern).

Richtig gut gefallen haben uns die Ansätze zur direkten Kommunikation und Interaktion auf den Websites Direkt zur Kanzlerin und Dialog über Deutschland. Hier können Themen angesprochen werden, die dann von anderen Usern nach Beliebtheit sortiert werden. Die besten werden beantwortet bzw. nach Berlin eingeladen. Das macht Sinn. Auch wenn so nur Impulse ausgeschickt werden können, wird doch der Draht zwischen Politikern und Bürger gehalten.

Insgesamt hat man den Eindruck, dass Angela Merkel zwar wenig Zeit für neue Medien hat, diese aber durchaus gerne in Form von Video-Statements und ähnlichem nutzt - im internationalen Vergleich bleibt aber noch Luft nach oben.

Note 2

 

Platz 2: Frank-Walter Steinmeier

Er wird sicherlich bald von Peer Steinbrück aus der Liste der wichtigsten deutschen Politiker verdrängt. Dieser hat ja gerade mit Müh und Not ein twitter-Konto eröffnet und macht insgesamt nicht den Eindruck besonders am Internet interessiert zu sein. Anders Frank-Walter Steinmeiner.

Die persönliche Seite ist stark auf den Wahlkreis zugeschnitten. Ebenso wie auf der Facebook-Seite wird ein sehr persönliches Bild vermittelt, etwa mit offensichtlich eigenen Posts. Dazu wird mit "Schreiben Sie mir!" auf der Website zur Interaktion aufgefordert. Ergänzt wird die Internetpräsenz von Frank-Walter Steinmeier mit den offiziellen Seiten der SPD-Fraktion mit Interviews, Statements, etc. sowie einem Google+-Profil (was wir nur bei ihm entdeckt haben).

Insgesamt ein gut gemachter Auftritt, der eine emotionale Nähe aufbaut, auch wenn alles eine Spur kleiner als bei Angela Merkel ausfällt.

Note 2-

 

Leider konnten wir keinen dritten Platz vergeben.

Horst Seehofer ist zwar immerhin in Facebook vertreten mit ein paar aktuellen Posts, hat aber nicht mal eine eigene horst-seehofer.de (leitet direkt zur csu weiter). Man hat den Eindruck, dass ihm jemand anschaulich erklärt hat, dass das Internet ganz wichtig ist. Leider ist die Umsetzung komplett unprofessionell und erinnert an Webauftritte aus dem letzten Jahrhundert. Alles in allem Note 5: Mangelhaft - reicht für einen dritten Platz nicht aus.

Wolfgang Schäuble und Ursula von der Leyen sind die Internet-Dinosaurier schlechthin. Sowohl die eigene Website von Wolfgang Schäuble als auch die von Ursula von der Leyen sind von der Stange und ohne bemerkenswerte Inhalte oder gar Interaktionsmöglichkeiten. Die Facebook-Präsenzen sind nicht der Rede wert, weitere gibt es nicht.
Note 6: Ungenügend.

Zusammenfassend ist das Bild eher ernüchternd. Es bleibt noch sehr, sehr viel Luft nach oben und spannend, wer das im Wahljahr für sich ausnutzen wird.

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