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12.06.2013
| Martin Bauer
Politiker im Internet - Teil 2: Angela Merkel international nur Mittelfeld (Vergleich: Barack Obama, Wladimir Putin, Li Keqiang, Shinzo Abe, David Cameron, Francois Hollande)
Politiker im Internet: Angela Merkel, Barack Obama, Wladimir Putin, Li Keqiang, Shinzo Abe, David Cameron, Francois Hollande

Das Internet ist längst zur wichtigsten Säule der politischen Kommunikation geworden - und das fast überall auf der Welt. Daher ist ein Vergleich der Websites der wichtigsten internationalen Regierungen und ihrer Regierungschefs interessant. Wir haben uns folgende Websites angeschaut und verglichen:

1. Deutschland - Angela Merkel - www.bundesregierung.de
2. USA - Barack Obama - www.whitehouse.gov
3. Frankreich - François Hollande - www.elysee.fr
4. Großbritannien - David Cameron - www.numer10.gov.uk
5. Russland - Wladimir Putin - www.kremlin.ru
6. Japan - Shinzo Abe - www.kantei.go.jp
7. China - Li Keqiang - www.gov.cn

Interessant ist zunächst mal, dass nicht nur Regierungschef und Regierung eng zusammen gehören, sondern außer in China und Deutschland auch das Gebäude so wichtig ist, dass es als Synonym und URL für die Regierung genutzt wird.

Die Websites haben wir in den Kriterien Design, Inhalt, Social Media und mobile Nutzung beurteilt.

1. Die Looser

Russland und China leben online noch in der Steinzeit. Die kremlin-Website ist eine einzige Selbstbeweihräucherung von Wladimir Putin, die Inhalte fad, das Design langweilig und Social ist nur der twitter- und Youtube-Auftritt mit deaktivierter Kommentarfunktion. Wie erwartet gibt es keine Optimierung für die Nutzung der Seite auf dem Smartphone - ebenso wenig wie bei der chinesischen Website. Die ist rein optisch für unsere Wahrnehmung so vergangen, dass es schon wieder anschauenswert ist. Die endlosen Textpassagen sind aber auch für Chinesen sicherlich nicht sehr spannend. Insgesamt beide Seiten furchtbar.

2. Das Mittelfeld

Japan und leider auch Deutschland bilden das Mittelfeld. Die Inhalte gleichen sich zunehmend, die Aufbereitung und Konsequenz in der Interaktion mit den Bürgern unterscheidet sich aber deutlich zu den Top-Seiten. Was man überall findet sind aktuelle Themen, Infos zu Regierungschef(in) und Kabinett, den heutigen Tagesablauf, Bild- und Videomaterial sowie die Vernetzung mit den sozialen Medien. Doch einen Moment - die deutsche Bundesregierung hat doch tatsächlich keinen facebook-Auftritt. Man will es angesichts von Themen wie Hochwasser, Demografie, Euro, usw. erst gar nicht glauben. Aber tatsächlich: Die Website ist eine Einbahnstrasse an Informationen mit null Interaktion. Das ist mehr als mager. Der japanische facebook-Auftritt etwa hat bei manchen Einträgen mehrere tausend Kommentare, ebenso der amerikanische. Auch die vorgestellten Themen sind dünn aufbereitet, die Inhalte nur auf den ersten Blick hübsch, aber mit wenig Futter dahinter. Immerhin gibt es die deutsche Seite mit einer mobilen Version, das fehlt bei Japan dafür gänzlich. Auch in Japan ist die Optik, ähnlich wie in China, ein Graus für das europäische Auge. Die kleinen umrandeten Bildchen, die verwendeten Farben samt Verläufen und billigsten Schatteneffekten sowie die langen Textwüsten sind furchtbar. Insgesamt zwei Websites mit viel Aufholpotenzial.

3. Die Top-Websites

Alle drei Seiten aus USA, Großbritannien und Frankreich sind sehenswert und top umgesetzt - aber komplett verschieden. Es ist daher fast schon Geschmackssache, welche dem einzelnen am besten gefällt. Die USA-Seite hat eine separate mobile Version, die beiden anderen sind responsive, was uns besser gefällt. Grafisch ist die Großbritannien-Seite klar die Nummer 1, was einer der Gründe dafür war, dass wir sie schon mal zu unserer Website des Monats gemacht hatten. Auch in Sachen Interaktion geben alle drei Seiten Vollgas. Bei den aktuellen Themen etwa, die in den USA über einen Blog transportiert werden, kann man sehen, was möglich ist. Hier werden die Menschen aufgefordert, ihre persönlichen Geschichten zu erzählen, Links auf lokale Organisationen helfen und natürlich wird alles eng mit twitter und facebook vernetzt. Gerade bei den Themen ist aber die französische Website unser Favorit. Übersichtlich werden hier in einer Lightbox sämtliche Inhalte aufgezählt - und das sind oft sehr viele: Bilder, Videostatements, Hintergrundartikel, beteiligte Personen, Links, usw. Da merkt man, dass die Regierung wirklich arbeitet und nicht nur schöne Bilder produziert. Und auch bei der Chronologie der Ereignisse hat die französische Website für uns leicht die Nase vorn. Der Aufbau der Seite ist sehr übersichtlich und hochaktuell. Insgesamt ist für uns daher etwas überraschend die französische Website die beste.

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