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COCO blog / Technologie

06.10.2016
| Martin Bauer
Digitale Transformation - Ansatzpunkte und Benchmark Codelco

Neue digitale Technologien wachsen rasant. Mobile, Big Data, Industry 4.0 sind nur einige Schlagworte. Doch wen betrifft das eigentlich? Nur einige digitale Leader wie Google und Facebook oder Technologieunternehmen wie SAP? Nein: Jedes Unternehmen in jeder Branche ist betroffen.

Dabei fällt auf, dass manche Branchen voran schreiten, wie bspw. Telekom und Handel. Andere, wie Pharma und Maschinenbau, hängen nach. Aber auch in den klassischen Produktionsbranchen gibt es Unternehmen, die schon seit Jahren konsequent auf Digitalisierung setzen und heute ihre Branche ganz neu definieren. Ein Beispiel hierfür ist das chilenische Minenunternehmen Codelco. Ich zeige noch auf, welche Bausteine hier berücksichtigt wurden.

Die Grundfragen sind zunächst: Was gehört zur Digitalen Transformation? Und wie ist diese anzugehen?
Technologiegetriebene Initiativen sind u.a. verbundene Produkte, Echtzeit-Beobachtung der Produktionsprozesse, digitales Design, lokales Marketing, mobiler Vertrieb, Preisoptimierung in Echtzeit, Nutzung von Onlinedaten usw.
Die Führungsaufgaben beinhalten eine klare Vision für die Zukunft des Unternehmens, Koordination über sämtliche Bereiche, Entwicklung neuer Fähigkeiten und Anpassung der Firmenkultur. Erfolgreiche Firmen zeigen Führungsstärke bei gleichzeitiger gelebter Innovationskultur und Teamgeist.

Hier liegt die große Herausforderung für klassisch konservative B2B-Branchen, wie etwa Maschinenbau oder Chemie. Bemühungen in der Digitalisierung voran zu kommen, sind häufig auf die Verbesserung von Prozessen und die Befähigung der Mitarbeiter fokussiert. Zu kurz kommen die Chancen der digitalen Kunden-Einbindung. Zeit zu warten, gibt es aber keine. Vermeintlich träge Branchen, wie der Bankensektor, zeigen mit dem Erstarken der Fin-Techs, wie schnell sich das Rad drehen kann. Und einige führende Unternehmen in jeder Branche schreiten bereits voran und werden die digitale Zukunft ihrer Branchen mit bestimmen.

Codelco ist hierfür ein beeindruckendes Beispiel. Die Firma ist der größte Kupferproduzent der Welt. Ihre Wurzeln reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Die 18.000 Mann-Firma stand zum Beginn des Jahrtausends vor großen Problemen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Produktivität. In der Folge entschied sich die Geschäftsleitung einen konsequenten strategischen Schwenk in die digitale Zukunft vorzunehmen. Die Vision waren vollständig automatisierte Minentätigkeiten und somit eine Wandel von einer physisch aktiven Mitarbeiterschaft hin zu einem technologiegetriebenen Unternehmen. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, wurde 2003 Codelco Digital gegründet, um die Automatisierung zu steuern, aber auch um die digitale Vision richtig zu kommunizieren.
Heute fahren in vier Minen in Chile LKWs ohne Fahrer, sämtliche Informationen stehen in Echtzeit zur Verfügung, die einzelnen Vorgänge werden remote gesteuert. Man kann sich vorstellen, dass dies mit weit mehr als nur technologischer Implementierung verbunden ist. Die komplette Unternehmenskultur musste sich wandeln und gänzlich neue Fähigkeiten trainiert werden - und das in einer sehr konservativen Branche. Hierfür wurden bspw. interne Innovation Awards ausgelobt, um den Innovationsantrieb der Mitarbeiter anzuschieben. 

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Codelco ist damit ein Beispiel für digitale Outperformer, die durchweg ihre Branchenkennzahlen toppen.

Dieser Prozeß für Codelco 2.0 ist nur der Anfang und wird konsequent weiter entwickelt. Wenig überraschend ist, dass auch die Kommunikation rundherum überzeugend ist. Die Website überzeugt im Aufbau, Design, Text und Programmierung. Einzig der zu knapp geratene englische Auftritt enttäuscht. 

Aber auch, wenn man kein Wort versteht, der Style mit den Kacheln, die verwendeten Farben, der Einsatz von Zahlen und die Qualität der Bilder sind sehenswert.

Fazit: Die digitale Transformation betrifft alle Branchen. Sie beginnt mit der Festlegung der digitalen Strategie und der Anpassung der dafür notwendigen Prozesse. Wichtig ist es, von Anfang an nach innen ins Unternehmen überzeugend zu kommunizieren und im zweiten Schritt die Maßnahmen offensiv nach außen zu tragen. Die Art und Weise, wie der Kunde das Unternehmen digital erlebt (Website, Social Media, Mobil) ist ein maßgeblicher Baustein für den Erfolg der Transformationsmaßnahmen.

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